Zukunft findet Stadt

Grau in Grau. So wirken unsere Städte. Doch die zukunftsfähige Stadt ist grün. Sie produziert Energie, statt sie zu verbrauchen, weniger CO2 Ausstoß, aber mehr frahrradfreundliche  Straßen. Es ist längst möglich, über zentrale Steuerungen weniger Emissionen oder Abfall zu erzeugen. Vernetzte Infrastrukturen sorgen dafür, dass die Bürger viele Ressourcen und Räume verknüpfen, teilen und optimieren. Die maximale Lebensqualität – ist das nur ein Traum? Keine Frage: Für Städte zeichnen mit dem Prozess der digitalen Transformation zahlreiche Umbrüche ab. Einige Kommunen gehen aber voran, experimentieren und automatisieren soziale Räume, setzen Roboter ein oder testen autonomes Fahren. Dazu schauen wir uns Beispiele an aus Tokio, Dubai und Singapur.

Singapur

Singapur gilt als das Musterbeispiel für die Zukunft, eine „Smart City“. Trotz fehlender Ressourcen und wenig Landfläche, wird hier „Big Data“ eingesetzt. So liefern zum Beispiel im gesamten Stadtgebiet angebrachte Sensoren der Stadtverwaltung viele Daten für die Nutzung von Parkplätzen, effizienter Beleuchtung oder der Abfallentsorgung. Das erstklassige ÖPNV- System wurde mit interaktiven Karten, E-Books und WLAN erweitert. Die Angebote zielen darauf ab, die öffentlichen Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger so angenehm wie möglich zu gestalten –  und die Einwohner dürfen mitreden, sich einmischen, Wünsche und Ideen formulieren, die geprüft und umgesetzt werden.

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Foto: Pixaby

Roboter auf dem Vormarsch 

Bereits seit 2016 wird in Singapur die autonome Zukunft des Verkehrs erprobt. Spätestens 2022 sollen fahrerlose Busse, Lkw und Robotertaxis in den Regelbetrieb übergehen.Inzwischen setzen die Hotels in Singapur staatlich subventionierte Serviceroboter ein, um Räume zu reinigen, Wäsche und Zubehör zu liefern. Roboter für die frühkindliche Bildung werden erprobt – und im Bereich des Gesundheits- und Sozialwesens ist Singapur in der Automatisierung weltweit führend.

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Smart City

Dubai

Dubai ist ein weiterer Prototyp einer Smart City, die Wüstenstadt profiliert sich als „Stadt der Zukunft“ und will die glücklichst Stadt der Weltwerden.  In den kommenden Jahren möchte sie noch mehr Roboter-Polizisten, fliegende Taxis und autonome Fahrzeuge auf seine Straßen und den Luftraum der City bringen. Der erste Robocop wurde 2017 vorgestellt – bis zum Jahr 2030 sollen die Roboter sogar eine ganze Polizeiwache in dem Emirat ersetzen.

Die Expo wird 2020 in Dubai stattfinden und da will sich das Emirat als nachhaltige und vernetzte Stadt der Welt präsentieren. Dubai möchte eine optimale Kommunikation ermöglichen und hat deshalb viele freie WLAN-Zonen an wichtigen Orten eingerichtet, etwa in Einkaufszentren, Regierungsgebäuden und sogar am Strand.

Blockchain-Technologie

Die Regierung der Wüstenstadt soll bis 2020 auf Blockchain-Technologie umgestellt werden. Vor kurzem hat die größte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate deshalb sogar einen verantwortlichen Minister für Künstliche Intelligenz (KI) berufen, um die nächste Transformation umzusetzen: Dubai plant die erste durch Blockchain unterstützte Regierung der Welt. Das Emirat will dann alle Visaanträge, Rechnungszahlungen und Lizenzverlängerungen, die jährlich über 100 Millionen Dokumente umfassen, digital über Blockchain abwickeln.

Tokio

Roboter bilden die tragende Rolle der Wachstumsstrategie in Japan. Für die Roboterrevolution” wurde eine Sonderkommission gegründet, um den Umsatz der Branche auf 2,4 Billionen Yen (17,5 Milliarden Euro) zu verdreifachen und damit bedeutend größere Wachstumsimpulse auszulösen.

In Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 will Japan viele Robotertechnologien präsentieren – die Stadt, ein urbaner Living Lab. So wollen die Japaner Roboterathleten im Wettkampf gegeneinander antreten lassen. Intelligente Rollstühle begrüßen Paralympics am Flughafen und Serviceroboter sind in mehr als 20 Sprachen unterwegs.

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Nissan and DeNA unveiled the Easy Ride brand for the new robo-vehicle mobility service that the two companies are developing jointly. Foto: Nissan

Zu der Olympiade werden Robotertaxis des japanischen Autobauer Nissan fahren. Ein Projekt, das gemeinsam mit  DeNA, einem japanischen Anbieter von mobilen Dienstleitungen, entwickelt wurde. Easy Ride kann dank einer App über Text- oder Spracheingabe bestimmen, was sie unternehmen wollen, und aus einer Liste mit Ziel-Vorschlägen wählen. Diese zeigen rund 500 Orte in der Umgebung an.