Die Frage der Ernährung ist inzwischen in vielen Kontexten ein Thema und wird auf Börsenniveau diskutiert. Silicon Valley hat im letzten Jahr mehr als eine Milliarde Dollar in Foodfirmen investiert. Charakteristisches Merkmal der innovativen Gründer: Sie alle erkennen die Nöte des Konsums und sind disruptiv. Amerikanische Wagniskapitalgeber setzen vor allem auf die Startups, die normale Lebensmittel ersetzen wollen, wie zum Beispiel „Beyond Meat“.  Nicht nur die Gründer haben sich zum Ziel gesetzt, gesundes „künstliches“ Fleisch ohne die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu produzieren. Vorreiter ist Professor Mark Post von der Uni Maastricht, der “richtiges” Fleisch züchtet. Dafür braucht er nur ein kleines Stückchen Muskelfleisch mit Stammzellen darin. Daraus entstehen dann im Labor zehntausend Kilo Rindfleisch. Der Trend nimmt jedenfalls zu, aus pflanzlichen Zutaten synthetische Alternativen zu Fleisch zu kreieren, die „nur so aussehen und so schmecken.“

Ressourcen schonen

Die Niederlande versuchen schon seit Anfang der 2000er-Jahre nach der berühmten Ökoeffizienz-Formel zu leben, die besagt: Steigere deine Produktivität und versuche dabei, den Verbrauch an Natur und Ressourcen zu reduzieren. Die Niederlande, inspiriert von dem Food Valley in Gelderland, versuchen seitdem ihre landwirtschaftliche Produktion zu verdoppeln und dabei die Ressourcennutzung (vor allem Wasser) zu halbieren. Da sie über geringe Flächen verfügen, mussten die Menschen dort immer schon vorausschauender denken. Vertical Farming (Pflanzenzucht mit LEDs und Wasser), Aquaponic (Aquakulturen für Fische, Hydrokulturen für Pflanzen), Urban Farming resp. Indoor Farming alle die Buzzwords, die gerade auch das Silicon Valley in Aufregung versetzen, werden in den Niederlanden seit mehr als 20 Jahren entwickelt und umgesetzt.

anbau-basilikum-blatter-348689-1500x430 Zukunft der Ernährung - auf Börsenniveau diskutiert 

Ernährungsproblem lösen – aber wie? 

Die Ernährung muss auf die Agenda: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch wird sich im Jahr 2050 weltweit auf jährlich 52 Kilogramm belaufen (heute sind es 38 Kilogramm).  Höhere Erträge durch mehr Chemie und Dünger können das Ernährungsproblem langfristig nicht lösen. Zudem würde es einen noch höheren Energieeinsatz, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen bedeuten. Wir brauchen beispielsweise Alternativen zum tierischen Eiweiß. Insekten und Algen, wie sie von dem deutschen Unternehmen “Snack Insects“, die Grillen, Heuschrecken und Würmer anbieten, ist ein kleiner Versuch, aber beim Thema Ernährung der Zukunft haben wir einen hohen Problemdruck.