nrz_weiss-300x102 Stadt sperrt sieben Straßen für großes Düsseldorfer Fest
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Veranstalten das große Düsseldorfer Straßenfest: (v.l.) Elita Wiegand vom ZukunftsMacher Club, Talin Karatas und Manuel Grunert von Naturfreunde NRW.

NRZ vom 24.8.2018

Stadt sperrt sieben Straßen für großes Düsseldorfer Fest

von Philipp Rose

Die Düsseldorfer Nachbarschaft feiert – und zwar mitten auf der Straße. Geplant sind Mitmachaktionen, Kunstprojekte und politische Diskussion.

Friedrichstraße, Moskauer Straße, Fichtenstraße – sind alles schöne Düsseldorfer Straßennamen. Aber warum gibt es keine „Straße der Liebe“ oder „Straße der Nachhaltigkeit“ oder eine „Straße der Demokratie“? Mit der Aktion „Wir machen es – auf der Straße“ wollen der Zukunftsmacher-Club und die Naturfreunde NRW zumindest zeitweise das Düsseldorfer Verkehrsbild verändern. Für die groß angelegte Aktion sollen sieben Straßen in Düsseldorf zum Teil für Autofahrer gesperrt werden.

Vereine wollen Fest ohne Autos und Verkehrslärm

„Gerade ältere Personen kennen das Gefühl sicher: Sich verabreden und mit Freunden auf der Straße spielen. Das wird heutzutage leider kaum noch gemacht, deshalb wollen wir die Straße zurückerobern“, sagt Elita Wiegand, Geschäftsführerin des Zukunftsmacher Clubs. Ziel sei es, gegen die Anonymität der Großstadt anzukämpfen, die Nachbarschaft zu vernetzen und einen schönen Tag zu verbringen. Deshalb sei für den kommenden Sonntag, 26. August, eine Straßenaktion geplant. „Wir wollen die Straße ohne Autos, ohne Lärm, Abgase und Gestank erlebbar machen“, sagt Talin Kalatas vom Verein Naturfreunde NRW.

Politische Diskussionen gibt es am Grabbeplatz

Acht Aktionen sind für den Sonntag von 10 bis 18 Uhr geplant. Davon finden sieben Aktionen auf der Straße statt – eine weitere Veranstaltung soll es am Grabbeplatz geben. „Jede der Veranstaltungen steht unter einem bestimmten Motto. So wird etwa die Hermannstraße zur Straße der Nachhaltigkeit. Die Schwerinstraße in Pempelfort wird zur Straße der Liebe“, sagt Wiegand.

Wie die Straßennamen bereits andeuten, gibt es verschiedene Themenbereiche bei den Aktionen: So organisiert etwa die Schwerinstraße in Pempelfort die Straße der Liebe. Dort präsentiert der Künstler Volker Hildebrandt seine „soziale Skulptur“ mit dem Namen „love pro toto“. Der Verein Spendezeit eröffnet zudem eine Datingbörse für Ehrenamtler – gesucht werden Menschen, die sich aus Nächstenliebe engagieren wollen. Die Tanzschule Neustart wird zudem einen kleinen Tanzkurs auf der Straße anbieten. Essen und Getränke wird es als Probierhäppchen oder an Foodtrucks geben.

Foodtrucks sorgen für Essen und Getränke

An der Straße der Demokratie auf dem Grabbeplatz wird eine Leine aufgespannt, an der jeder seinen Wunsch an die Politik befestigen kann. Zudem sind Landtags- und Kommunalpolitiker eingeladen, zusammen kann man dann an einem Tisch über Politik und Gesellschaft reden. „Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel hat zugesagt, um sich an den offenen Gesprächen zu beteiligen“, so Wiegand.

Die Straßen für den Sonntag sperren zu lassen war jedoch keine leichte Aufgabe. „Es gab eine längere Diskussion mit dem Ordnungsamt“, sagt Manuel Grunert, von Naturfreunde NRW. Doch am Ende seien sich alle einige geworden, „die Straßen sind ja auch nicht auf der kompletten Länge gesperrt, zudem dürfen Anlieger weiterhin mit dem Auto durchfahren“, so Grunert. Die Nachbarschaft der jeweiligen Straßen sei begeistert von der Idee: „Wir sind persönlich von Haus zu Haus gegangen, haben Einladungen verteilt und mit den Leuten gesprochen. Wir haben nur positive Resonanz bekommen“, sagt Kalatas.

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