Serendipity Mindset – wie wir das Glück bezirzen

ZukunftsMacher VIPs Meeting mit Dr. Christian Busch

ZukunftsMacher VIPs Meeting mit Dr. Christian Busch

Serendipity Mindset – wie bezirzen wir das Glück? So der der Titel unseres Online-Meetings mit Dr. Christian Busch, der uns aus New York zugeschaltet war. Er ist Experte für Serendipity und hat das Buch „Connect the Dots“ veröffentlicht. Sein Buch basiert auf modernster Forschung und er hat weltweit viele CEOs, Unternehmer und Changemakern interviewt. Seine These: Erfolgreiche Menschen sind in der Lage, etwas im Unbekannten zu sehen und das Unerwartete in positive Ergebnisse zu verwandeln.

Was verbirgt sich hinter Serendipty?

Serendipity ist eigentlich ein glücklicher Zufall. Christian Busch hat ein Jahrzehnt damit verbracht, zu erforschen, wie man Fehler oder Missgeschicke in Chancen verändert, wie wir erfolgreich über das Serendipty Mindset Kontakte knüpfen, neue berufliche Möglichkeiten schaffen, ungewöhnliche Ideen kreieren und innovativ ist.  Wenn also etwas Unerwartetes passiert, sollte man die richtigen Schlüsse ziehen, dranbleiben und handeln. Es ist also nicht das Glück, das einem einfach passiert, sondern man handelt aktiv.

“Serendipity is smart, active luck. It’s when you see something in the unexpected and connect the dots.”
Dr. Christian Busch

Warum dieses Thema?

Christian Busch erzählte, dass ein Erlebnis, sein Leben auf den Kopf stellte. Als er jung war, hatte er einen schweren Autounfall und ihm wurde bewusst, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Das bestärkte ihn, etwas zu tun, was ihm Sinn gibt. Er las das Buch von Victor Frankl „Man’s Search For Meaning.“ ( Deutscher Titel“ … trotzdem Ja zum Leben sagen) und ihn beeindruckte die Idee, dass man auch in der Krise einen Sinn finden kann. Busch wurde klar, dass es ihm Spaß macht, Menschen zu vernetzen, Ideen zu verbinden und darin sinnvolle Veränderungen zu sehen. So hat er als Community Builder angefangen und war Mitbegründer des Netzwerkes „Sandbox“. „Das war eine Community von Menschen aus den verschiedensten Bereichen, die sich per Zufall vernetzt haben oder Ideen gemeinsam entwickelt haben“, erzählt er. Später hat er sich auf die Wissenschaft fokussiert, lebte in Indien, China und in England. Aus der Faszination, Punkte zu verbinden, entstand sein Buch „Connect the Dots“.

Auslöser säen

Wenn wir jemanden auf einer Veranstaltung  kennenlernen, kommt meist die Frage: „Was machen Sie beruflich?“ Der Unternehmer Oli Barrett (Build a Better Network) antwortet darauf: „Ich liebe es, Menschen zu verbinden, habe ein Unternehmen im Bildungssektor gegründet, habe vor kurzem angefangen, über Philosophie nachzudenken, aber was mir wirklich Spaß macht, ist das Klavierspielen.“ Hier gibt es fünf Anknüpfungspunkte, eventuell bestehen gemeinsame Interessen, man erhält Tipps oder eine Einladung… Auf jeden Fall geht das Gespräch über einen Smalltalk hinaus.

Von glücklichen und unglücklichen Menschen

Christian Busch berichtet über ein Experiment. In einer Gruppe sind Menschen, die sich als glücklich bezeichnen, der andere Teil beklagt, dass ihnen immer schreckliche Dinge passieren und das Leben ungerecht sei. Ihre Aufgabe: Sie gehen einer Straße entlang, auf der ein Geldschein liegt, kehren in ein Café ein. Dort sitzt ein interessanter Gesprächspartner. Was sie Teilnehmer nicht wussten: Ihre Aktion wurde per Kamera aufgezeichnet. Die Menschen, die sich als glücklich bezeichneten, finden das Geld und lernen in dem Café jemanden kennen, mit dem sie sich angeregt unterhalten und sich Chancen ergeben.
Wenn man nun die Unglücklichen fragt, wie ihr Tag gewesen sei, sagen sie: Es ist nichts passiert.“

Fehler: Lösungen finden

Christian erzählt auch über seinen chinesischen Kunden Haier. Dort rief ein Kunde an, der sich darüber beschwerte, dass die Waschmaschine defekt sei. Bei dem Besuch des Technikers stellte sich heraus, dass der Landwirt die Ernte seiner Kartoffeln in der Waschmaschine säuberte. Die zündende Idee: Das Unternehmen stellt seitdem erfolgreich Waschmaschinen für Kartoffeln her.

Was ist das Wichtigste in heraufordernden Zeiten?

Christian Busch bringt es auf den Punkt: Wir alle neigen dazu, Pläne zu machen und Strategien zu entwickeln, aber in Wirklichkeit wird unser Leben oft durch das Unerwartete geprägt, besonders in herausfordernden Zeiten. Die Frage aber ist nicht, wie wir mit der Ungewissheit fertig werden, sondern wie wir das Unbekannte auf eine hoffnungsvolle Art und Weise navigieren können – indem wir einen „Muskel“ dafür aufbauen.

Und noch zwei Tipps aus dem Buch „Connect the Dots“

1. Denken Sie sorgfältig über die letzten sechs Monate Ihres Lebens nach. Was waren drei wichtige Glücksmomente, die Sie in diesem Zeitraum erlebt haben? Was hatten sie gemeinsam? Gibt es etwas, das Sie daraus lernen können?

2. Schreiben Sie die zufälligen Begegnungen und die damit verbundenen Ideen auf, die Sie begeistert haben, aber nie weiterverfolgt haben. Sobald Sie die Liste vervollständigt haben (das kann einige Zeit dauern – kein Grund zur Eile!), wenden Sie sich an eine vertrauenswürdige Person, die als „Filter“ fungiert und mit Ihnen bespricht, welche davon interessant sein könnten, um sie weiter zu verfolgen. Wählen Sie Ihren Favoriten und schlafen Sie darüber. Wenn die Idee oder der Gedanke Sie am nächsten Morgen immer noch begeistert, wenden Sie sich an eine Schlüsselperson in diesem Bereich und besprechen Sie, wie Sie die Idee umsetzen können. Scheuen Sie sich nicht, sich die Mühe zu machen – es wird sich lohnen.