Buchtipp: Indigenialität von Andreas Weber

Lasst uns wilder werden!  

von ZukunftsMacher Helmut Scheel

Indigenialitaet-von-Andreas-Weber Lasst uns wilder werden!

Das Essay von Andreas Weber ist betitelt mit einem perfekten Wortalmalgam: Indigenialität. Genial! Und das ist zugleich die perfekte Zusammenfassung des Buches. 

Um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, plädiert der Autor dafür, dass wir uns das Wissen indigener Völker zunutze machen, um unsere Lebensgrundlagen besser zu schützen und im Einklang mit der Natur zu leben. Ein ungewöhnlicher Ansatz. Doch Andreas Weber weiß, wo von er schreibt: Er ist Biologe und Philosoph.

Er meidet technische oder rationale Lösungen für die zukünftigen Herausforderungen anzustreben. Deshalb sind seine gedanklichen Ansätze eine Auseinandersetzung, denn Weber erkennt in der ideellen Trennung von Menschen und Umwelt, Kultur und Natur den Keim einer tiefgreifenden Entfremdung. Unsere westliche Weltsicht lege das Fundament für ein Ausbeutungsverhältnis.

Wer sich auf das Buch einlässt, spürt den Mehrwert, die Freiheit, die Lebendigkeit, die er vermittelt. Und gleich mit einem assoziierten Vorurteil aufzuräumen: Nein, der Autor ist fernab von der Vorstellung, dass wir in Höhlen oder auf die Bäume zurückkehren.

Wir sind alle Wilde 

„Wir sind alle Wilde“, sagt Andreas Weber und verdeutlicht: Wenn wir die Welt wieder zu einem lebensspendenden Ort machen wollen, sollten wir das Indigene in uns selbst entdecken. Sich darauf einzulassen, bietet die Chance, lebendiger Teil einer ganzheitlichen Wirklichkeit zu werden und einen neuen Umgang mit ihr zu gewinnen. 

Dazu passt der Satz: „Wir sind alle Wilde“. Heißt, dass wir wieder das Indigene in uns entdecken und wieder lernen müssen.

Wenn wir gut leben wollen, müssen wir ein Ziel in Augenschein nehmen, dass „Jenseits des Narzissmus“ liegt. Das Denken dekolonialisieren ist dabei ebenso angesagt, wie eine „Anthropologie der Befreiung“. Die Basis für alles ist ein lebendiger Kosmos in dem „Alles fühlt“ und es ein „Bedingungsloses Grundwillkommen“ gibt. Wer sich dann auf diese lebendige Beziehung einlässt, erkennt dass das Ökosystem als Liebensgeschichte“ es wert ist, gelebt zu werden. Daraus entwickelt sich eine ökologische Lebenskunst“, welche das „Selbstsein als Glück“ erfährt. All das hat dann das Potential „eine neue Klassik“ zu werden.

Unser Denken hinterfragen

Das Fazit des Buches: Wir müssen unser gewohntes und seit langem einstudiertem Denken hinterfragen. Wir können dann in der Rückwärtsbetrachtung von Habermas Buch „Auch eine Geschichte der Philosophie“ einen Weg finden, der uns zu einem besseren Umgang mit uns, der Natur und dem Leben führen kann. Jeder hat, wenn er sich von dem Buch berühren lässt, oder wie es Hartmut Rosa sagen würde, mit dem Buch in Resonanz tritt, die Möglichkeit sein eigenes Leben zu bereichern. Weber zielt auf ein erfüllteres, empfindsameres und glücklicheres Leben ab. Genau aus diesem Grund ist es auch kein Ansatz für „Weicheier“, denn wer empfindsamer wird, muss viel mehr aushalten, bekommt aber über die Resonanz ein fülligeres Leben in Form einer intrinsischen Bereicherung. 

Beginn eines großen Abenteuers

Wer sich auf dieses Buch einlässt, kann am Beginn eines großen Abenteuers stehen. Es ist die Erforschung der eigenen „Wildheit“, jenseits von Esoterik, sondern wir erkennen die Möglichkeiten, die in uns allen stecken und die indigene Völker leben. Die große Herausforderung ist, die Erkenntnisse und Erfahrungen in unsere Welt zu übertragen und zu integrieren.

Buchtipp

Indigenialität

von Andreas Weber

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