Grüne Events: 16 Schritte zur Klimaneutralität der Veranstaltungswirtschaft bis 2025

Der Fußabdruck von Eventbesuchern ist bedenklich. Vor Corona wurden in Deutschland über zwei Millionen Kongresse veranstaltet – 300 Millionen Teilnehmer reisten zu den Veranstaltungen. So entsteht für jeden Besucher 3,5 kg Restmüll, 5,5 kg Altpapier, 151 Liter Abwasser und es summiert sich auf 204 Kilo CO2. Wie ändern?

Klimaschutz als Chance begreifen 

Nachhaltigkeitsexperte Stefan Lohmann plädiert dafür, dass die Branche umdenkt, neue Wege geht und Verantwortung für die Zukunft des Planeten übernimmt. “Nachhaltigkeit ist nicht das Problem der Eventbranche, sondern die Lösung”, sagt er. 

Gemeinsam mit dem Branchennetzwerk MEET GERMANY stellte Stefan Lohmann deshalb einen 16-Stufen-Plan auf, um die Veranstaltungsbranche bis 2025 so weit wie möglich klimaneutral zu gestalten. Die Schritte sind angelehnt an den Sustainability Rider, die komprimierte Checkliste für nachhaltige Veranstaltungen, die Lohmann mit der Unterstützung von EMAS und ISO Experten entwickelt hat. 

16 Steps Initiative

„Die Idee zu den 16 Steps entstand im Gespräch mit Stefan Lohmann. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir bestmöglich die Branche unterstützen können. Das Ziel ist, Branchenkollegen in den Austausch zu bringen, voneinander zu lernen, noch Unentschlossene zu unterstützen, Best Practices zu zeigen und Experten zu gewinnen.  Bis Ende 2025 werden wir in jedem Quartal Branchenkollegen zu einem Thema in den Austausch bringen und Tipps für die Umsetzung geben. Dieses sehr wichtige Thema bildet einen Meilenstein, bei dem unsere Branche weiter zusammenrückt“, sagt Tanja Schramm (MEET GERMANY) über die Entstehungsgeschichte der „16 Steps Initiative“.

Die Initiatoren haben starke Partner als Unterstützer gewonnen. Zahlreiche Branchenverbände und Netzwerke der Green Economy und der Veranstaltungsindustrie werben für das “16 Steps” Programm in ihrem Umfeld.

Einfache Schritte für die klimaneutrale Umsetzung  

Die „16 Steps“ sind kleine einfache Schritte, um sein Denken und Handeln klimaneutral zu gestalten. Zu einem erfolgreichen nachhaltigen Eventmanagement gehören für den Experten unter anderem ein nachhaltiges Qualitätsmanagement, das Einsparen von Kosten durch den Einsatz von weniger Ressourcen und das damit verbundene Einsparen von Energie und Müll. Ebenfalls sind neue Geschäftsmodelle zum Beispiel rund um Mehrwegsysteme in der Veranstaltungsbranche erstrebenswert oder der Umstieg auf Ökostrom. Auch die Politik bekommt von Lohmann “Hausaufgaben” zugeteilt: Eine klare Rechtssicherheit und faire, attraktive Förderungssysteme gezielt für Nachhaltigkeit in der Veranstaltungsbranche erleichtern das Umdenken und motivieren zur Veränderung.

thumbnail_1250310_720x460 Green Events? Geht doch...

Stefan Lohmann, Sustainability Event Solutions

„Mein Anliegen ist es, dass nachhaltige Veranstaltungen zum Standard werden und Veranstalter sowie Künstler entsprechend selbstverständlich damit umgehen. Dafür müssen Vorbehalte abgebaut und der Zugang zu Informationen, Einsparpotentialen, Problemlösungen und Anbietern vereinfacht werden. Entscheidend ist, die richtigen Fragen und Forderungen an Zulieferer, Partner und Dienstleister zu stellen. Dafür habe ich in Zusammenarbeit mit Experten den Sustainability Rider und die Checkliste entwickelt, in den auch öffentlich zugängliche Informationen sowie bestehende Umweltgesetze eingegangen sind. Optimalerweise wird die Checkliste logischer Bestandteil von Verträgen, Anforderungen und Angeboten für Zulieferer und Gewerke.“ Stefan Lohmann, Gründer und Initiator von Sustainable Event Solutions

Sustainable Event Solutions und MEET GERMANY stellen gemeinsam mit ihren Partnern ihre Expertise zur Verfügung. Zu jedem Step wird es einen Austausch, Workshops, Panels etc. geben, um die Aktivierung und Umsetzung der Steps voranzutreiben.

Fotos: Pixabay und Stefan Lohmann