Green Events – die Flucht ins Grüne
(Führungskräfte-Tagung 2050 | Belgien)

von ZukunftsMacherin Laura Latka,memorial events 

Langsam nehme ich meine warme Tasse grünen Tee und umschließe diese mit beiden Händen. Ich drehe mich in Richtung des großen Panorama Fensters unseres modernen Gasthauses und beobachte wie die Sonne die Wälder flutet. Es ist 7:10 Uhr und wir befinden uns in einer kleinen Ortschaft in den belgischen Ardennen. Unsere Agentur betreut hier eine Führungskräfte-Tagung bzw. ein Business Retreat zum Thema Ethik in Unternehmen. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der wir Themen wie Kommunikation und Vertrieb bearbeitet haben. Alles war auf Gewinn aus – und das um jeden Preis. „Survival oft he Fittest“ wurde überall gelebt. Schrecklich. 

Neue kreative Ansätze 

Zunächst haben Biologen belegen können, dass die Welt nicht aus einem ewigen Kampf der Arten besteht, sondern aus einer stetig wachsenden Kooperation. Irgendwann hat es der Mensch dann auch begriffen. Nur gemeinsam geht’s voran. Die größte Lehre zogen Unternehmen und vor allem Eventveranstalter nach Corona-Krise im Jahr 2020. Auf einmal war es möglich Fortschritte der Digitalisierung zuzulassen. Alles, was künstlich und/oder unnatürlich war, brach zusammen – sämtliche Egos wurden gebrochen. Die Welt wurde herausgefordert neu zu denken. Uns wurde die Sicherheit genommen, die uns unglaublich komfortabel werden ließ. Dadurch wurden wir gezwungen neue kreative Ansätze zu entdecken.

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Green Events – die Vision von ZukunftsMacherin Laura Latka

Smarte Küche  

„Hey Laura, your porridge is served!”, informiert mich die Smart Kitchen unserer Location. Diese neuartige, intelligente Küche wurde bereits 2018 entwickelt. Damals nur für private Haushalte, heute für Hotelanlagen oder auch Großveranstaltungen. Die smarte Küche macht es möglich, dass sich die Gäste per App Ihr gewünschtes Essen und Essenszeiten auswählen können. Die Küche verarbeitet die Bestellung, manchmal auch in Kooperation mit unserem Hausroboter/ Butler, den wir liebevoll „James“ genannt haben. Die Gäste können zwischen 3-5 Gerichten wählen. Dieses modernen Catering hat dafür gesorgt, dass wir die Essensverschwendung auf Klein- bis Großveranstaltungen fast auf Null reduzieren konnten. Die Gerichte, aus denen die Gäste auswählen können, richten sich nämlich immer nach dem, was da ist. Sie berechnet die Menge und Vielfalt an Lebensmitteln und ermittelt dann, welche Gerichte und wie viele Portionen sich daraus ergeben.

Schluss mit dem genmanipulierten Essen!

Während ich meinem Porridge noch etwas Zimt hinzufüge, bin ich ganz begeistert von dem Wandel, den wir zurückgelegt haben. Viele Menschen haben nach der Corona-Krise mehr auf Wissenschaftler gehört, die davor gewarnt haben, weiter genmanipuliertes Essen zu konsumieren. Nach der Krise haben solidarische Gemeinschaften mehr Zulauf bekommen. Vor allem solidarische Landwirtschaften, die in der Stadt saisonales Gemüse und Obst anpflanzen. Dieses bekommen Mitglieder dann für einen sehr günstigen Preis einmal im Monat direkt vor die Haustür geliefert. Zudem wurden viele Menschen durch die Krise in vielerlei Hinsicht achtsamer. Angst kann ein guter Lehrer sein, sich von Dingen zu lösen, die nicht wesentlich sind.
Plötzlich stolpert Manfred in die Küche und reißt mich aus meinen Gedanken. „Moin!“, begrüßt er mich und lächelt mich entspannt an. „Tach Chef!“, antworte ich augenzwinkernd zurück, „Wie war die Morning Meditation?“ Manfred lacht: „Erfrischend. Ich bin immer noch ganz begeistert von den Tai Chi- und den Kampfsport-Elementen, die der Trainer einbaut. Das muss ich mir unbedingt für die Firma merken!“

Manfred ist 59 Jahre alt, Vorstandsvorsitzender der Vevios AG, einem der größten Netzwerkbetreiber Deutschlands. Bei den gemeinsamen Wohnzimmerabenden mit seinen Mitarbeitern plaudert Manfred manchmal etwas aus dem Nähkästchen und berichtet über sein Leben an der vermeintlichen Spitze: Ein riesiges Haus, fette Karren, neue Uhren, teure Urlaube, aber auch zwei  Herzinfarkte, eine überstandene Typ-2-Diabetes-Erkrankung, stetig wachsenden Angstzuständen und steigendem Stress. 

Kooperation! 

Nach der Corona-Krise hatte Manfred sich gerade von seinem zweiten Herzinfarkt erholt. Sein Körper hatte ihm mehr als deutlich gemacht, dass es so nicht weitergeht. Er wusste: Es  muss sich was ändern! Ich erinnere mich daran, wie seine Mitarbeiter aufgehorcht hatten, als er gestern Abend am Kamin erklärte, was es für ihn heißt „nachhaltig“ zu sein: „Nachhaltigkeit ist in gewisser Weise wie Autofahren. Niemand muss die Funktionsweise eines Motors kennen, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen, aber jeder sollte zumindest davon ausgehen können, dass alle Beteiligten die wichtigsten Regeln beherrschen. Es geht im Kern darum, sich bewusst zu sein, welche langfristigen Folgen die eigenen Handlungen haben. Esse ich wöchentliche Schweinshaxe, sagt das Herz irgendwann: „Danke, aber nein danke!“ Dein Körper, dein Kopf, deine Umgebung – alles arbeitet zusammen. Das Schlüsselwort lautet „Kooperation“!“

Grüner Marktführer

Manfred kam kurz nach der Krise auf uns zu, um ein Event namens „Nachhaltigkeitstag“ zu inszenieren. Damals veranstalteten wir mit unseren Kunden des Öfteren Events, die eine Plattformen boten, sich dem Thema Nachhaltigkeit zu nähern. Unser Ziel für 2020 war es, Unternehmen dabei zu helfen individuelle Strategien zu entwickeln. Bei Manfred war es ein Barcamp, bei dem wir seine Mitarbeiter aktiv zur Ideenfindung eingeladen haben. Mit vorheriger Umfrage und Auswertung im Nachgang, erarbeiteten wir konkrete Lösungsansätze, die es den Mitarbeitern Stück für Stück erlaubt haben, das Unternehmen grüner und stärker zu formen. Mittlerweile gehört die Vevios AG zu den Marktführern der Branche.

Das Hauptquartier Vevios AG ist ein rein nachhaltiger Bau – Torfwände, Holzdächer und Solarenergie – die Basics der heutigen Baubranche schienen vor der Krise noch weit weg. Es ist ein sogenanntes „Passivhaus“, welches in der neuen „circular economy“ zum Glück zum Standard geworden ist. Die Vevios AG hatte durch verschiedene nachhaltige Initiativen der Mitarbeiter so viel Geld eingespart, dass der Bau leicht finanzierbar war.

Mit grünen Events Kosten sparen

Nicht nur beim Gebäude konnte die Firma langfristig Einsparung treffen. Vor allem bei den Veranstaltungen konnten Kosten gespart werden. Durch gezielte strategische Planung, den Einbau von Rückkopplungseffekten und neuen Technologien konnte der CO2-Abdruck bei Veranstaltungen stark minimiert werden. Früher unvorstellbar, jetzt zum Glück die Regel! Zu Corona-Zeiten entsprach der durchschnittliche Fußabdruck eines Eventbesuchers aus 3,5 kg Restmüll, 5,5 kg Altpapier, 151 l Abwasser und 204 kg CO2. Pro Jahr fanden zu der Zeit in Deutschland 2,76 Millionen Kongresse statt zu denen über 300 Millionen Teilnehmer
reisten! Sprechen wir nur über den angegebenen CO2 Verbrauch, dann entsprachen 204kg CO2 multipliziert mit 300 Mio. Teilnehmer 61.200 kg CO2. Laut Dirk Notz, Meteorologe am MaxPlanck-Institut, schmelzen pro 1 Tonne CO2 unsere Gletscher um 3m2. Der gigantische Fußabdruck der Eventbranche von 61.200 kg CO2 bzw. 61,2 Tonnen CO2 haben also dafür gesorgt, dass 183,6 m2 unserer Gletscher geschmolzen sind.

Weniger Eis = Weniger Reflektion der Sonnenstrahlen = Steigendes Klima und mehr Wasser

Das Eis unserer rasant abschmelzenden Gletscher hat den Meeresspiegel so stark steigen lassen, dass Großstädte wie New York, Tokio oder Amsterdam zu den neuen Unterwasser-Städten wie „Atlantis“ wurden. Erfindungen wie „Oceanix“, künstlich angelegte Städte, die auf dem Wasser schwimmen (auch genannt „Floating Cities“ von Bjarke Ingels) haben den Menschen, die durch den Meeresspiegelanstieg in den Großstädten ihr Zuhause verloren haben, Zuflucht geboten. Heute im Jahr 2050 kann man die Freiheitsstatue in einem U-Boot unter Wasser besichtigen.

Gespannt auf die Zukunft  

„Wie viel Zeit haben wir noch bevor die Teams weiter in den Break Out Sessions arbeiten?,“ fragt mich Manfred, während er sich neben mich an das Panorama Fenster stellt. „Es geht um 9:00 Uhr weiter. Ich habe die Ersten allerdings gerade schon mit Notizen in den Seminarraum laufen sehen“, antworte ich. „Tja, während einer Meditation kommt oft der ein oder andere Geistesblitz!“, lacht Manfred herzlich. „Wo du Recht hast…“, grinse ich. Gemeinsam schauen wir in Richtung der Sonne, deren warme Strahlen unsere Gesichter fluten. Ich denke wir beide sind gespannt, was die Zukunft noch mit sich bringen wird.

Kontakt

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Laura Latka

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Mail: hello@memorial-events.de
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