Corona auf dem Kopf? Einladung zu einer anderen Haltung

von ZukunftsMacherin Theresia Maria Wuttke, Theos Consulting AG

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Können Sie sich vorstellen, dass eine Corona auf dem Kopf als Zeichen der Freude, der Tugend und Ehre diente? Sie wurde verliehen, wenn man einem Mitbürger das Leben gerettet hatte. Man bekam sie für einen Sieg eine “corona civica”. „Corona, ist das etwas Schönes, Feierliches, Hoffnungsvolles.“

Natürlich assoziieren wir heute Corona anders und das Wort genießt eine aktuelle Bedeutung.

Wir könnten es allerdings in seiner Ursprungsbedeutung wieder gewinnen, wenn wir uns Zeit nehmen, unser Verhalten aus dem Beobachter zu betrachten und bei Bedarf in die Transformation einwilligen, überall dort, wo wir dem Leben nicht bewusst dienen. Könnte es sein, dass, was uns gerade mit dem Corona Virus und all seinen Auswirkungen widerfährt im Wesentlichen unsere eigene Handschrift widerspiegelt, wie wir mit uns, unseren Mitmenschen -und Geschöpfen und der Natur umgehen und umgegangen sind?

Wir sind Menschen, die lichtvolle, lebensbejahende Eigenschaften ausbilden, all das ungeliebte in uns bildet lebensverneinende, dem Leben abgewandte Eigenschaften aus. In der Tiefenpsychologie wird das als der Schatten des Menschen bezeichnet. Fällt unser unbewusste Schatten nun kollektiv auf uns als Menschengemeinschaft?

Eine Einladung unser bisheriges Leben zu hinterfragen

Ist dies eine „Einladung“ unsere bisherige Lebensweise mit all ihren Konsequenzen zu hinterfragen? Ruft das Lebensabgewandte nach Einlass, nach Transformation, Integration und Liebe?

Kollektive Erfahrung

Vielleicht kann uns diese Erfahrung hilfreich sein, ganz nach dem Motto: „Was Du nicht willst, was man Dir tut“, das füg auch keinem anderen zu. In dieser kollektiven Erfahrung  werden wir als  Mensch auf uns selbst im Verhältnis 1 zu 1 zurückgeworfen.

„Was Du säst, wirst Du ernten”, trifft das möglicherweise vollumfänglich zu? Was haben wir gesät lautet die Frage: Verbundenheit, Kooperation, Mitgefühl, Würdigung allen Lebens, Ehrfurcht vor der Erde und all ihren Bewohnern? Jeder möge sich diese Frage aufrichtig stellen. Woran bin ich durch meine Art zu leben beteiligt? Ernten wir jetzt Einschränkungen, um zu erfahren, wie es ist,  unsere Freiheiten einzubüßen: Bewegungsfreiheit, das eingeschränkte soziale Miteinander, der Verlust an der Berufsausübung, Reisefreiheit usw. Wenn wir uns die oben genannte Frage beantwortet haben, könnte es eine Tür sein, uns selbst anzunehmen, wie wir sind mit  unseren Verhaltensweisen, die dem Leben nicht dienen, es pflegen und bewahren.

Mitgefühl für Mensch und Natur

Geht es  möglicherweise darum, zutiefst Mitgefühl zu lernen, zu betrauern, was wir verletzt und verwundet haben, aufzurichten, was wir zu Fall gebracht haben bei Mensch und Natur? Könnte uns dieses weltumspannende Ereignis zu einer Haltung bewegen, alle Menschen, um ihrer selbst willen zu achten und wertzuschätzen, Lebensräume zu renaturieren, Rhythmen in Wachstum von Pflanzen und den dazugehörigen Kulturen zu achten, Biodiversität zu fördern, Tieren ein artgerechtes Leben mit natürlichem Futter zu ermöglichen und auf die grenzenlose Kraft der Natur in ihrer Erneuerungsfähigkeit zu vertrauen?

Für mich ist es eine Frage der Ehrfurcht vor allem, was lebt, uns selbst und alles was lebt und ist, wieder zu entdecken, oder zu pflegen, eine Haltung zu erlernen, die unserer eigenen Natur entspricht, natürlich zu sein. Aus meiner Erfahrung  könnte es wie eine Widergeburt in das ursprüngliche Leben sein, wo wir eins zu eins mit der Schöpfung, dem Unnennbaren verbunden sind. Hier gibt es einen Dreiklang: Geburt, Leben und Tod, der sich unendlich fortsetzt.

Altes Überlebte, Unbrauchbare loslassen

Es geht offensichtlich darum, das Alte, Überlebte, Unbrauchbare, dem Leben nicht zugewandte loszulassen, es sterben zu lassen, um wieder wie Phönix aus der Asche aufzuerstehen. Bin ich bereit, offen und durchlässig, dem Feuer der Transformation zu vertrauen, in unserem Fall der derzeitigen Krise, sie als Einladung für meinen ureigenen Transformationsprozess zu verstehen, um das Neue in diese Welt hineinzugebären?

Dieser Mythos findet sich in allen alten Kulturen und ist bei uns in der westlichen Welt ebenso gültig, weil das Prinzip der Schöpfung seine ureigenen Stirb und Werde-Prinzipien beibehält.

Bei genauer Betrachtung ein ewiger Kreislauf:

 „Und solange Du nicht hast dieses stirb und Werde, bist Du nur ein trüber Gast auf der Erde.“ Johann Wolfgang Goethe

Im Einklang mit der Schöpfung zu leben, heißt diese wahrzunehmen, sie zu erleben und zu erfahren und  alles zu geben dort, wo sie verletzt worden ist, ihr Raum zu geben, damit sie heilen kann. Wir sind im größten Massensterben begriffen, ein markanter Punkt in unserer Erdentwicklung.

Wohin geht die Reise?

Wohin geht die Reise mit uns Menschen und unserem blauen Planeten? In der Tiefe unserer Seele wissen wir um unsere Unsterblichkeit, eine großartige Gewissheit, dass unser Bewusstsein zeitlos und immerwährend im unendlichen Feld des Seins anwesend ist.

Das Geschenk unsere Menschseins ist die Verdichtung ins Materielle hinein, das vollumfänglich beseelt ist.

Haben wir das Beseelte aus den Augen verloren und sind deshalb in der Lage in vielen Bereichen Herz-und seelenlos zu handeln?

Die „Einladung“ durch Corona lautet für mich: Rückbindung-religio- zur Quelle allen Seins, das Seelische in jede unserer Zellen bewusst einzuladen, sich ihm anzuvertrauen:

„Dort wo die Not am größten ist, ist die Heilung am nächsten.“

 Wenn der Siegeskranz denen gehört, die etwas verwandelt haben zum Besseren hin, Leben bewahrt und erhalten haben auf allen Ebenen, dann könnte die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Corona Wirklichkeit werden.

„Corona, ist etwas Schönes, Feierliches, Hoffnungsvolles.“